St. Nicolai-Gilde Petersdorf von 1399


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Gruendung

Chronik

Die Gründung, Aktivitäten


Die St. Nicolai Gilde Petersdorf auf Fehmarn von 1399 begeht in diesem Jahr 1999 ihr 600-jähriges Bestehen und es ist ja nicht uninteressant, die Entwicklung von der Gründung bis zu dem Heutigen Tage zu Betrachten.

Um das Jahr 1330 entstand auf Fehmarn die sogenannte „Seglerkompagnie“.
Das war eine Vereinigung und Bruderschaft, die den Zweck verfolgte, die am Strand von Fehmarn angespülten Leichen der Schiffbrüchigen dort zu begraben, wo man sie fand.
Ein gleiches Ziel wie die „Seglerkompagnie“ erstrebte die um 1443 in Petersdorf auf Fehmarn gegründete Elenden-Gilde. Zu den Elenden rechnete man damals nicht alleine die Heimatlosen Seefahrer, sondern auch die Verlassenden, die Armen und die Kranken, ferner Wanderer und Pilger, die in bitterster Not geraten waren. Da traten, wie in vielen Orten Deutschlands, auch in Petersdorf Männer und Frauen, Geistliche und Laien zu den Elenden-Gilde zusammen, von werktätigen Nächstenliebe und wahrer Frommigkeit beseelt, den notleidenden Fremdling zu unterstützen und ihn nach seinem Tode ein würdiges Begräbnis zu schaffen.
Auf der Nördlichen Seite des Friedhofes begrub man die Elenden, im Volksmund wurde deshalb auf der Insel Fehmarn der nördliche Teil des Friedhofes unmittelbar an der Kirche die Elendenseite genannt.
Die Elenden-Gilde in Petersdorf vereinigte sich später mit der im Jahre 1399 gestifteten St. Claus oder St. Nicolaus-Gilde. Es steht einwandfrei fest, dass die St. Nicolai-Gilde aus der Elenden-Gilde hervorgegangen ist und die Schleswig-Holsteinische Landesregierung hat das Gründungsjahr 1399 der St. Nicolai Gilde Petersdorf auf Fehmarn anerkannt.
Die Elenden-Gilde hat bis 1852 gewirkt. Die Mitgliederzahl war so weit gesunken und man entschloss sich, die Gilde aufzulösen.
Am 1. Februar 1853 machten Hans Radecker, Jasper Albert, Hans Damlos, Johann Peter Schuldt und Claus Hinrich Schröder - vermutlich mir Frauen – zeichnen – den Neuanfang der St. Nicolai –Gilde.
Um die Mitgliederzahl der Gilde zu vergrößern, wurde beschlossen, jedes Jahr ein Schützenfest zu feiern. Schon beim ersten Sommerfest im Jahre 1853 zählte die Gilde 113 Interessenten, wovon offenbar 60 der Gilde als Mitlied beitraten. So war man schon damals wie heute bestrebt, durch Vergnügungen Mitglieder zu werben und zu halten.
Im Jahre 1855 schaffte die St. Nicolai-Gilde ihre erste Fahne an. Sie wurde durch den Maler Buchwaldt , Petersdorf, besorgt und kostete 17, 58. Eine neue Fahne wurde dann im Jahre 1890 zum Preis 90,00 Mark durch den Petersdorfer Maler Kirchner besorgt. Diese wird noch heute als Vereinsfahne benutzt.
Die alte Fahne von 1855 wurde im Gildehaus Olderog verwahrt, wo sie 1894 einem Brand zum Opfer fiel.
Im Jahre 1903 wurde das 50. Jahr der Neugründung mit dem jährlichen Sommervergnügen gefeiert. Die Mitgliederzahl war in diesem Sommer auf 499 angewachsen – auch aus Mitgliedern über den Kirchenbezirk Petersdorf hinaus.

Am 5. Februar des Jahres 1928 konnte die St. Nicolai-Gilde ihr 75- Jahr der Neubegründung feiern. Zu dieser Jubiläumsfeier wurden Abordnungen der Wilderschen Gilde, Burg und der St. Mariengilde, Landkirchen, geladen. Jede Gilde war mit zwei Fahnenabordnungen vertreten. Um 9,30 Uhr war ein gemeinschaftlicher Kirchgang in der festlich geschmückten Kirche. 185 Gildemitglieder nahmen daran teil.
An dem Kirchgang schloss sich ein gemeinsamer Gang zum Ehrenmal für die im Weltkrieg 1914- 1918 Gefallenen des Westerkirchspiels. Der Ehren vorsitzende Hermann Martens legte ein Kranz am Ehrenmal nieder, um die 22 im ersten Weltkrieg gefallenen Gildemitglieder nicht vergessen zu lassen.

Zum 100-jährigen Bestehen im Jahre 1953 seit der Neugründung kamen nachmittags etwa 70 Mitglieder zur Kranzniederlegung am Ehrenmal.
Am Abend konnte Vorsitzender Karl Kempe 300 Festteilnehmer aus allen Bereichen der Insel im Petersdorfer Bahnhofshotel begrüßen. Er führte dabei aus, das Kriegs- und Nachkriegszeit, Inflation und Währungsreform das jeweils nicht unbeträchtliche Vermögen der Gilde hinweg gefegt hätten. Bei den Wiederanfängen hatte die Gilde mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Im Jahre 1993 feiert die St. Nicolai-Gilde ihr 550-jähriges Bestehen, da wir immer davon ausgegangen waren, das Gründungsjahr 1443 war maßgebend.
Nach gründlichen Ermittlungen und durch Bestätigung durch die Landesregierung Schleswig Holstein ist das Gründungsjahr 1399 amtlich.
Zu dieser Feier hatte die St. Nicolai-Gilde befreundete Vereine, Gilden und Feuerwehren eingeladen.
Nach dem Umzug durch Petersdorf wurde am Ehrenmal für die Gildebrüder, die in den zwei Weltkriegen gefallen sind, durch die Gildeveteranen August Scheel und Franz Kröger ein Kranz niedergelegt. Bei der Kranzniederlegung erfolgt durch die Kapelle Oeverdieck das Lied vom Guten Kameraden.
Auf dem Festplatz angekommen, gab es für die Fahnenabordnungen Fahnenwimpel zur Erinnerung an den Jubiläumstag. Beim Kommers im Festzelt wurden immer wieder Wünsche laut, dass die Gemeinschaft weiterhin den Stürmen der Zeit – so wie in der Vergangenheit – trotzen möge.
An diesem Tage erfolgte die Verleihung der Urkunden an unsere Gildebrüder und Gildeschwestern, die 40 Jahre und länger Mitglied der St. Nicolai-Gilde sind.


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Aktualisiert am 12 Aug 2018
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